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Gehöre ich mit meiner Hashimoto-Schilddrüse zu einer Risikogruppe der Corona-Pandemie

In diesen Tagen gibt es immer wieder Anfragen an mich, ob die Diagnose einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse allein ausreicht, um bereits zu einer Risikogruppe um die Erkrankung COVID-19 zugeordnet zu werden. Dies kann an dieser Stelle deutlich verneint werden. Um aber dennoch etwas Klarheit zu vermitteln, haben ich hier meine Gedanken dazu aufgeführt.

Es besteht kein Zweifel: es gibt Gruppen von Menschen, bei denen das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes besteht, wenn sie sich mit dem Coronavirus infizieren. Diese Menschen müssen im Alltag besonders vorsichtig sein, um sich vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen. Dies geschieht zusätzlich zu den Ratschlägen, denen jeder folgen sollte.

Im Interesse Ihrer Gesundheit ist es unabdingbar, dass Sie diese Regeln dauerhaft befolgen. Zusätzlich sollten auch die Menschen in Ihrem Leben bitten besonders vorsichtig zu sein, um Sie vor einer Ansteckung zu schützen.

Wenn sich jemand, den Sie betreuen, in einer dieser Risikogruppen befindet, teilen Sie ihm die nachfolgenden Informationen mit. Stellen Sie sicher, dass er versteht, wie wichtig es ist, dem Rat zu folgen.

Allgemeine Verhaltensrichtlinien für jedermann finden Sie hier.

Risikogruppen

Die Liste der Risikogruppen umfasst Personen, die:

  • über 60 sind; Menschen über 70 sind besonders gefährdet und sollten zu Hause bleiben (“Cocooning”),

  • eine chronische Erkrankung haben - zum Beispiel Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen, Diabetes, Krebs, zerebrovaskuläre Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen oder Bluthochdruck,

  • ein schwaches Immunsystem haben (immunsupprimiert),

  • eine Krankheit haben, die Ihre Atmung beeinträchtigen kann,

  • Bewohner von Pflegeheimen und anderen Einrichtungen für Langzeitaufenthalte sind,

  • in der spezialisierten Behindertenversorgung betreut werden und über 50 Jahre alt sind oder zusätzliche gesundheitliche Einschränkungen haben.

Wir lernen immer noch, wie sich das Coronavirus auf schwangere Frauen und ihre Babys auswirkt. Seien Sie also noch besonders vorsichtig in diesem Zustand.

Zur speziellen Frage des schwachen Immunsystems gilt folgendes.

Die wichtigsten Dinge, die ein schwaches Immunsystem verursachen ("Immunsuppression"), sind:

  • Krebsbehandlung

  • Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Lupus, Multipler Sklerose (MS) und entzündlichen Darmerkrankungen

  • HIV - wenn Sie keine wirksame Behandlung erhalten

  • eine Organtransplantation oder eine Knochenmarktransplantation haben

Immunsuppressive Medikamente umfassen:

  • biologische Wirkstoffe

  • Steroide

  • Methotrexat

  • Azathioprin

Was Menschen in Risikogruppen tun sollten

Der Rat jetzt für alle ist, zu Hause zu bleiben und die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren (“Cocooning”).

Sie müssen sich nicht selbst isolieren, es sei denn, Sie haben Symptome einer Coronavirus-Infektion.

Wenn Sie sich um jemanden in einer Risikogruppe kümmern, ist es sehr wichtig, dass Sie nicht vergessen, sich selber auch zu schützen.


Die alleinige Behandlung einer Autoimmunerkrankung bedeutet aber nicht, dass damit eine Immunsuppression erreicht oder behandelt wird. Sie gehören somit keiner gesonderten Risikogruppe an, wenn Sie nicht unter den anderen o.g. Erkrankungen oder Therapien leiden.

Bitte nehmen Sie daher die verordneten Medikamente weiterhin regelmäßig und wie gewohnt ein.

Und zu guter Letzt: Bleiben Sie gesund!


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